KI-Dokumentation: Rückkopplungseffekte auf die psychotherapeutische Praxis

Die zunehmende Integration von KI in die psychotherapeutische Praxis wirft grundlegende Fragen zu Qualität, Beziehung und Berufsrolle auf. Eine Analyse von Manuel Gremblewski (VIA HealthTech) zeigt, wie KI-gestützte Dokumentation als Assistenz im Hintergrund wirken kann und welche Rückkopplungseffekte sich für Therapeut:innen, Patient:innen und das Versorgungssystem ergeben:

  1. Mehr Präsenz im therapeutischen Moment
    KI übernimmt die Dokumentation und entlastet Therapeut:innen vom Multitasking. Dadurch steigt die Aufmerksamkeit für Patient:innen und die Gesprächsqualität verbessert sich spürbar.

  2. Gewonnene Zeit als gestaltbare Ressource
    Die Zeitersparnis wird flexibel genutzt: für mehr Patient:innen, intensivere Vor- und Nachbereitung oder für Selbstfürsorge – ein Beitrag zur Burnout-Prävention.

  3. Reflexion bleibt erhalten
    Zwar entfällt das manuelle Schreiben, doch Reflexion verlagert sich auf das Prüfen und Weiterdenken der KI-Zusammenfassungen, teils mit neuer Aussenperspektive.

  4. KI als therapeutisches Instrument
    Unerwartet zeigt sich auch ein therapeutischer Mehrwert, wenn Patient:innen gemeinsam mit Therapeut:innen auf die KI-Protokolle blicken.

  5. Kein De-Skilling, sondern Unterstützung
    KI wird als zweite, strukturierende Perspektive erlebt, die Sicherheit gibt, ohne klinische Verantwortung zu übernehmen.

  6. Wandel der Berufsrolle
    Die Aufgaben der Therapeut:innen verschieben sich von Schreibarbeit hin zu Qualitätssicherung, Fallreflexion und Beziehungsgestaltung.

  7. Systemische Effekte und Zukunft
    Weniger Belastung, ein längerer Verbleib im Beruf und neue KI-Kompetenzen können langfristig die Versorgung verbessern.

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Pilotversuch: KI-gestützte Dokumentation in der Klinik