Psychotherapie gesucht: Aber wie?

Im Auftrag von Psychotext.ch hat das LINK Institut im März 2017 383 Personen aus der Deutschschweiz gefragt, wie sie eine Psychotherapie suchen würden, sollten sie in eine psychische Krise geraten. Von sechs in zufälliger Reihenfolge vorgegebenen Suchstrategien sollten jene ausgewählt werden, die genutzt würden.

 

Die Ergebnisse erstaunen: An erster Stelle stehen auch im Jahr 2017 eindeutig persönliche Kontakte: 69% würden einen Arzt fragen. 53% würden Freunde, Bekannte oder Verwandte fragen. Und nur 26% würden eine Suche auf Google starten.

Verzeichnisse werden kaum genutzt

Internet-Verzeichnisse werden von den Befragten sehr selten gewählt: Lediglich 7% der Befragten würden Search.ch oder Local.ch für die Suche nach einem Psychotherapeuten heranziehen. Psychologie.ch, coachfrog.ch, doc24.ch und ähnliche Seiten würden gar nur von 3% besucht. Auf Facebook, XING oder LinkedIn würde keine einzige Person zurückgreifen.

 

Die Meinung, wonach heute alle und alles ausschliesslich im Internet gesucht würden, stimmt also nicht. Auch die Vorstellung, dass psychische Schwierigkeiten ein absolutes Tabu seien und dadurch persönliche Empfehlungen im Bereich der Psychotherapie keine Rolle spielen würden, trifft nicht zu.

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Tipps für Therapeuten/-innen

  1. Bauen Sie ein Netzwerk zu Ärzten/-innen auf.
  2. Leisten Sie gute Arbeit und sprechen Sie darüber. (Resp. lassen Sie darüber sprechen.)
  3. Optimieren Sie Ihre Website für Google. Wenn Sie noch keine Website haben: Legen Sie sich eine zu.
  4. Vergessen Sie Social-Media. (Ausser Sie vernetzen sich dort mit Ärztinnen und Ärzten.)

Studien aus Deutschland

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Kommentare: 3
  • #1

    Armin Gottlieb Kunz (Dienstag, 21 März 2017 08:30)

    Meine langjährigen Patienten bekomme ich meistens zugewiesen von KinderärztInnen, mit denen ich seit über 25 Jahren zusammenarbeite. Dann gibt es Schulpsychologische Dienste, die mir ab und zu Kinder überweisen. Dann allerdings nur für eine Gruppenpsychotherapie. Und dann natürllich melden sich Eltern, die von mir "Gutes" gehört haben und deshalb zu mir kommen wollen oder ich von einer Kinderärztin empfohlen worden bin. Auch der KJPD gibt Eltern, die auf der Suche sind nach einem Gruppenpsychotherapieplatz, öfters meine Adresse.

  • #2

    Thomas von Sauberzweig (Freitag, 24 März 2017 17:56)

    Merci aber für den Newsletter, gut zu hören wie ‘Mann’ gefunden wird. Die Praxis, so wie ich es erlebe, vermittelt das selbe Ergebnis. Nix geht über einen guten Ruf.

  • #3

    Martin Rufer (Sonntag, 26 März 2017 12:28)

    Die Resultate der Umfrage würde ich aus meiner langjährigen selbstständigen Praxistätigkeit bestätigen. Eine andere Frage allerdings ist, wie eine Kooperation nach einem Erstkontakt zustande kommt und wie lange Klienten gehalten werden können/müssen/sollen....